Key Art (God of War Ragnarök)

God of War Ragnarök ist die direkte Fortsetzung von God of War, in der Kratos und sein Sohn Atreus aufbrachen, um die Asche von Kratos’ Frau auf dem höchsten Berg der neun Welten zu verstreuen. Auf ihrer Reise erregten sie unweigerlich die Aufmerksamkeit des nordischen Götterpantheons, was letztlich zum gewaltsamen Tod einer ziemlich irren Person führte, die wir aus Spoilergründen nicht benennen.

Außerdem verursachten Kratos und Atreus den sogenannten »Fimbulwinter«, eine jahrelange Eiszeit, die wiederum der Vorläufer von Ragnarök ist. Der Legende nach wird Ragnarök das Ende der neun Welten herbeiführen und damit befinden wir uns bereits im Nachfolger, der vor wenigen Tagen für PS4 und PS5 veröffentlicht wurde.

Fans des Vorgängers werden sich sofort heimisch fühlen, denn Kratos hat immer noch seine bevorzugten Schnetzelwerkzeuge (Leviathan-Axt & Chaosklingen) im Einsatz, während Atreus Feinde in gewohnter Manier mit dem Bogen aufs Korn nimmt. Waffen und Rüstungen lassen sich exakt wie im Vorgänger aufrüsten und mit Runen bestücken.

Wollt ihr Equipment schmieden oder verstärken lassen, legt ihr den wiederkehrenden Zwerggebrüdern Brok und Sindri Rohstoffe und Hacksilber auf den Tresen. Die Fähigkeiten und Moves werden erneut mittels altbekannte Skilltrees erweitert.

Twist & Shout

Klingt bis jetzt nicht so spannend, oder? Tatsächlich war ich in den ersten drei oder vier Stunden ziemlich unterwältigt. Ich hatte nicht das Gefühl, ein episches neues Abenteuer zu beginnen, sondern eher ein Add-on zu spielen.

Doch dann kam eine Wendung, die alles auf den Kopf stellte; ich sage nur so viel: Kratos ist nicht der einzige Charakter, den ihr in God of War Ragnarök steuert.

Aussicht (God of War Ragnarök)

Der unspektakuläre Anfang verblasste regelrecht im Vergleich zu dem opulenten Erlebnis, das mich in den folgenden 30 Stunden erwarten sollte. Ich besuchte das verschneite Midgard und das Zwergenreich Svartalfheim, lernte Freyas sumpfige Heimat Vanaheim kennen, traf eine Reihe neuer Verbündeter und auch ein paar richtig fiese Typen aus Asgard. Am Ende hatte ich knapp 35 Stunden auf der Uhr, wobei noch diverse Nebenquests offen waren.

God of War Ragnarök ist also ein ziemlich langes Abenteuer und es gibt Abschnitte, die sich ganz schön in die Länge ziehen. Trotz dieser Längen wird das Spiel im Kampf, um den diesjährigen GOTY-Thron schwer zu schlagen sein. Die PlayStation-exklusive Perle ist gespickt mit ikonischen Szenen, die als einige der größten Gaming-Momente aller Zeiten in die Geschichte eingehen werden.

Magic Moments galore

Ich bin total hin- und hergerissen, denn ich würde so gerne von den heftigsten Momenten berichten, die ich während meiner Testsession erlebt habe, aber die Spoiler würden euch definitiv den Spaß verderben. Jetzt verstehe ich auch, warum Sony explizit darum gebeten hat, selbst nach dem offiziellen Verkaufsstart keine Details aus dem späteren Gameplay zu offenbaren.

Also sage ich nur dies: Die Story ist fantastisch, die Action großartig und die Grafik herausragend – selbst auf der betagten PS4.

Wenn es nach mir ginge, hätte man sich die PS4-Version sparen können, um das Spiel perfekt auf die PS5-Hardware zuzuschneiden und noch mehr grafische Opulenz aus dem Titel herauszukitzeln. Umso gespannter bin ich auf die PC-Version, die aber frühestens in einem Jahr erscheinen wird. Mein Traum wäre es, God of War Ragnarök per DLSS 3.0 in 8K und 60 fps genießen zu können.

Ragnarök erschafft eine glaubwürdige und grafisch eindrucksvolle Fantasiewelt, obwohl ihr viele Schlauchlevels und Schauplätze erlebt, die eher wie ein Abenteuerspielplatz und nicht wie natürliche Lebensräume wirken. Hinter fast jeder Ecke findet ihr eine Abzweigung, die zu einer Truhe führt oder ein kleines Rätsel, das eure grauen Zellen fordert.

Kampf (God of War Ragnarök)

Oft entdeckt man Schätze durch Risse in der Wand, auf erhöhten Plattformen oder hinter vergitterten Toren. Das weckt sofort den Drang, herauszufinden, wie man an die wertvollen Sachen herankommt.

Mehr von allem

Die Erkundung der Welt ist noch geiler als im Vorgänger, weil die Herausforderungen, auf die man stößt, vielfältiger sind. Dasselbe gilt aber auch für die Gegnerschaft, denn während man im Vorläufer mit einer eher überschaubaren Zahl unterschiedlicher Kreaturen konfrontiert wurde, lässt God of War Ragnarök eine deutlich buntere Mischung auf Kratos und Atreus los. Vor allem, was die Vielfalt der Bosse angeht, setzt Ragnarök noch eine ordentliche Schippe drauf.

Während wir in God of War in den Bosskämpfen hauptsächlich Trollen und Ogern in den Hintern traten, haben die Macher diesmal tiefer ins Bestiarium gegriffen. Der Drache Nidhögg zum Beispiel und der haushohe Wolf Gorm sind ebenso beeindruckend wie furchterregend. Auch die kinotauglich inszenierten Kämpfe gegen die nordischen Gottheiten rocken und es ist erstaunlich, wie lebendig Figuren wie Thor oder Odin wirken.

Man vergisst, dass man es nur mit animierten Polygonen und Pixeln zu tun hat. Das liegt natürlich auch an den hervorragenden Sprechern, wie Richard Schiff, den viele aus der Kultserie The West Wing kennen. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls sehr gelungen, aber bei der englischen Tonspur kommt ein Tick mehr Stimmung auf.

Voll auf die Zwölf

Genau wie im Vorgänger gibt es eine Vielzahl an Moves, die man freischalten kann, sowie eine Menge Gegenstände, die Kratos’ Werte beeinflussen. Damit wären wir bei einem Aspekt des Spiels angelangt, der mir weniger gut gefällt: Die Menüstruktur.

Sie ist umständlich und unübersichtlich, was mir den Spaß am Experimentieren mit Rüstungen und Upgrades verdorben hat. Ich habe deshalb auf einem leichten Schwierigkeitsgrad gespielt, um mich nicht mehr großartig mit Rüstungsoptionen beschäftigen zu müssen und in den zahlreichen Kämpfen dennoch eine Chance zu haben.

Tür (God of War Ragnarök)

In den Auseinandersetzungen stehen euch im Vergleich zum Vorläufer deutlich mehr Optionen zur Verfügung. Zum einen wurde die Funktionsweise der Schilde erweitert, zum anderen könnt ihr von einer gefüllten Wutanzeige auf verschiedene Weise profitieren – etwa um Lebensenergie zu gewinnen.

Auf jede Menge neuer Angriffsmöglichkeiten und Kombos dürft ihr euch ebenfalls freuen. Man könnte auch einfach sagen, dass God of War Ragnarök seinen Vorgänger in allen Bereichen überflügelt.

Das hier ist kein Spiel, sondern ein Großereignis, das man erlebt haben muss.

Fazit: Eigentlich hätten wir uns diesen Test sparen können, denn PlayStation-Besitzer und Kratos-Fans würden sich God of War Ragnarök niemals entgehen lassen. Das hier ist kein Spiel, sondern ein Großereignis, das man erlebt haben muss.

Die Entwickler haben einen Systemseller abgeliefert, der allein den Kauf einer PS5 rechtfertigt. Ich bekam beim Spielen mehrmals Gänsehaut. Auch wenn die Menüs viel zu umständlich sind und die Geschichte stellenweise künstlich in die Länge gezogen wirkt, habe ich mein Spiel des Jahres gefunden.

God of War Ragnarök ist seit dem 8. November 2022 für PlayStation 4 und PlayStation 5 erhältlich.