Artwork (Pokemon GO)

Es läuft für Niantic: Pokémon GO verzeichnete in den ersten zehn Monaten des Jahres 2020 laut Schätzungen von Marktforschern bei Sensor Tower einen neuen Rekordumsatz von rund einer Milliarde US-Dollar. Das entspricht dem besten Jahreswert seit dem Release des Spiels im Jahr 2016, als Pokémon GO es auf 832 Millionen US-Dollar Umsatz brachte.

Damit setzt sich ein Trend fort, der nach einem Umsatzeinbruch in 2017 seit 2018 andauert und der App ein konstantes Wachstum beschert: Spieler haben aktuellen Analysen zufolge im Jahr 2020 rund elf Prozent mehr Geld in Pokémon GO ausgegeben als im Vorjahr.

Die Mobile App bringt es damit auf 4,2 Milliarden US-Dollar Umsatz seit ihrem Release. Während die USA mit 36,3 Prozent (1,5 Milliarden US-Dollar) und Japan mit 31,3 Prozent (1,3 Milliarden US-Dollar) den Löwenanteil am Umsatz ausmachen, liegt Deutschland mit 5,7 Prozent (238,6 Millionen US-Dollar) auf Platz 3. Die App wurde weltweit fast 600 Millionen Mal heruntergeladen.

Pokémon GO verzeichnet also während der Corona-Pandemie neue Rekordumsätze, obwohl das Spielprinzip darauf ausgelegt ist, dass sich Spieler im Freien aufhalten und mit anderen Spielern treffen. Der Grund dafür, dass die App im Jahr 2020 trotzdem herausragende Umsätze erzielt hat, liegt vermutlich an den geschickten Anpassungen, welche die Entwickler an Pokémon GO zu Beginn der Pandemie vorgenommen haben.

Als immer mehr Staaten weltweit eigene Lockdown-Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie erließen, reagierte Niantic mit diversen Änderungen an ihrem Mobile-Spiel. Die Entwickler ermöglichten Spielern auf mehrere Arten, Pokémon GO von zu Hause aus zu spielen.

Rauch zum Anlocken von Pokémon erhielt die doppelte Dauer, die Distanz zum Ausbrüten von Eiern wurde halbiert, in der Wildnis erscheinen mehr Pokémon. Die Entwickler erhöhten außerdem die Entfernung, von der aus Spieler die Fotoscheiben an Pokéstops drehen können, um Items zu erhalten.

Dasselbe passierte mit Arenen. Wer Glück hatte und in der Nähe eines Pokéstops wohnte, konnte auf diese Weise direkt vom Sofa aus Pokéstops besuchen und Arenakämpfe abschließen – ein Feature, das bei mir zu erbitterten Schlachten mit einem benachbarten Trainer um die Arena auf der anderen Straßenseite führte.

Was Fans aber neben kostenlosen Item-Bundles und diversen Quality-of-Life-Verbesserungen am meisten bei der Stange gehalten haben dürfte, waren die Fernraids. Während Spieler sich normalerweise in der Nähe einer Arena aufhalten mussten, um an einem Raid teilzunehmen, entfiel diese Beschränkung mit den Fernraidpässen. Dadurch können Trainer mittlerweile in Raids kämpfen, die mehrere Kilometer von ihnen entfernt liegen. Außerdem können sie Freunde zu diesen Raids einladen, ohne sich mit ihnen am selben Ort aufhalten zu müssen.

Alle diese Maßnahmen haben in Kombination mit einem stetigen Nachschub neuer Inhalte sicherlich dazu beigetragen, dass Pokémon GO die Herausforderungen der Corona-Pandemie erfolgreich meistert.

Pokémon GO ist für Android und iOS erhältlich.