Ich konnte Conan Unconquered bereits eine Stunde mit einem der Entwickler im Koop-Modus anspielen und verrate, was euch Ende Mai erwartet. Wer es an dieser Stelle noch nicht gemerkt haben sollte: Ich habe eine Schwäche für das früher einmal so beliebte Genre. Leider gibt es seit vielen Jahren kaum noch brauchbare Echtzeitstrategiespiele. Dementsprechend ruhen meine Hoffnungen aktuell auf der (noch in Arbeit befindlichen) Kampagne des Indie-Hits They Are Billions und den Neuauflagen von C&C und Warcraft III. Mit Age of Empires 4, um das es sehr still geworden ist, gibt es zumindest noch einen weiteren Hoffnungsschimmer am Horizont.

Petroglyph Games bezeichnet sich inzwischen gern als die Macher von Command & Conquer, was auch richtig ist, da einige der alten Westwood-Veteranen an Bord sind. Allerdings lieferte das Team in den letzten Jahren lediglich »nette«, aber keineswegs bahnbrechende Echtzeitstrategie-Titel ab. Spiele wie 8-Bit Armies, Forged Battalion oder Grey Goo hatten zwar ordentliche Ansätze – aber irgendwas fehlte stets. Eigentlich war sogar der Debüt-Titel des Studios der einzig richtige Hit für mich: Star Wars: Empire at War.

Wie funktioniert das Spiel eigentlich und was steckt drin?

Bei Conan Unconquered war ich von vornherein etwas skeptisch. Irgendwie wirkte es wie eine Conan-Kopie von They Are Billions, nur eben ohne Zombies und mit anderem Setting.

Allerdings hat mich die Proberunde mit dem Game Designer Renato Orellana dann doch positiv überrascht. Das liegt vorallem daran, dass ich ein großer Koop-Fan bin und Conan Unconquered zusammen mit einem Freund gespielt werden kann, ein Feature das in They Are Billions leider komplett fehlt. Wer will, kann natürlich auch allein in die Schlacht ziehen.

Conan Unconquered bietet allerdings keine Kampagne, keine große Geschichte, sondern lediglich ein paar Szenarien und Koop-Gefechte. Wie in They Are Billions, müssen wir auch hier zahlreiche Wellen von Computerangriffen abwehren. Das Spiel kann dabei jederzeit pausiert werden, um besser auf die gleichzeitigen Angriffe von mehreren Seiten reagieren zu können.

Riesige Statue (Conan Unconquered)
Der Publisher von »Conan Unconquered« konnte sich auch die Lizenz für »Dune« sichern

Zu Beginn einer Partie erkunde ich mit meiner Helden-Einheit, in der Demo war das Conan höchstpersönlich, die Umgebung und erforsche so die zufallsgenerierte Karte. Dabei haue ich einige Monster mit meinem Helden um und sammle so wichtige Erfahrung. Helden und normale Einheiten steigen im Level auf. Erstere erhalten dadurch Zugriff auf mächtige Spezialfähigkeiten und normale Einheiten werden im Kampf deutlich stärker. Es lohnt sich also, die Einheiten nicht sinnlos zu verheizen. Veteranen eignen sich deswegen besonders gut, für die sicherere Platzierung in Verteidigungstürmen.

Alle Eingänge sichern

Neben der Erkundung der Karte ist das erste Einsammeln von Ressourcen wichtig. Nebenbei muss man natürlich seine Basis weiter aufbauen. Farmen sorgen für Nahrung, können allerdings nur nahe dem Wasser gebaut werden. Beim Steinbruch und Holzfäller gibt es ähnliche Voraussetzungen. Häuser wiederum spülen Gold in die Kassen, welches für Einheiten benötigt wird. Forschung, Kasernen und Co. fehlen natürlich auch nicht.

Das Spiel ist verloren, wenn die Feinde das eigene Hauptgebäude zerstört haben. Daher müssen wir unsere Basis möglichst von allen Seiten absichern, sei es durch Mauern, Türme, Armeen, Helden oder mit natürlichen Hindernissen. Feindliche Wellen rücken dabei immer von mehreren Seiten gleichzeitig an. Auf der Minimap ist ersichtlich, aus welcher ungefähren Richtung die Angriffe erfolgen werden.

Die Wellen werden dabei immer härter und die eigene Armee bzw. deren Zusammenstellung wird immer wichtiger. Brechen die Feinde an einer Seite durch, sind schnell Farmen oder Häuser verloren, was das Spiel deutlich schwerer gestaltet. Während man nämlich gerade wieder die Produktion in Gang bringt, steht schon die nächste schwerere Welle vor den Toren.

Nekromanten und Sandstürme

Im Koop kann man sich dabei aufteilen und absprechen. Einer übernimmt den Norden und der andere den Osten. Die Basis kann gemeinsam aufgebaut werden, einige Ressourcen werden dabei auch geteilt. Für Gold muss allerdings jeder selbst sorgen und man kann nur die eigenen gebauten Einheiten kommandieren. Laut Game Designer Orellana wollte man so verhindern, dass ein möglicherweise besserer Spieler die ganzen Einheiten steuert, während sich der andere nur um den Basisbau kümmert. Diese Limitierung macht durchaus Sinn und in der ersten Spielstunde hatte ich viel Spaß im Koop-Modus von Conan Unconquered.

Es gibt auch einige Besonderheiten: Da wären die Kadaver und gegnerischen Nekromanten. Wer sich einmauert und Gegner in Massen an bestimmten Punkten abfängt, bekommt es mit echten Leichenbergen zu tun. Das wiederum sorgt für eine giftige Wolke und dafür, dass feindliche Nekromanten Unmengen an Leichen wiederauferstehen lassen können. Nekromanten sollten daher immer so schnell wie möglich beseitigt werden. Auch auf die Truppenvielfalt muss man achten. Conan ist etwa als Held machtlos gegen Lufteinheiten, gleiches gilt für die normalen Soldaten. Hier sind dann Speerwerfer gefragt, die auch in Türmen platziert werden können. Sandstürme bringen weitere Probleme mit sich, denn sie verhüllen die gegnerischen Einheiten und wir müssen so raten, was uns mit der nächsten Welle erwartet.

Es gibt noch ein paar Probleme

Ganz ohne Probleme ist das Spiel in der Vorschau-Version allerdings noch nicht gewesen. Die Wegfindungsroutinen, das ewige Problem der Echtzeitstrategie-Titel, sind bei Conan Unconquered nicht frei von Fehlern, auch wenn daran noch gearbeitet wird.

Die erste Stunde mit »Conan Unconquered« hat im Koop überraschend viel Spaß gemacht

So hing Conan oft hinter den eigenen Truppen fest und kam nicht nach vorne an die Front, um seine Nahkampf-Angriffe überhaupt einsetzen zu können. Auch bei der Grafik sollte man keine Wunder erwarten. Etwas höher aufgelöste Texturen wären wünschenswert gewesen, da man sehr weit hineinzoomen kann. Ich hätte mir stattdessen gewünscht, die Kamera noch weiter vom Geschehen entfernen zu können, weniger wegen der Grafik, sondern zwecks einer besseren Übersicht.

Fazit: Die erste Stunde mit Conan Unconquered hat im Koop überraschend viel Spaß gemacht. Abgesehen von ein paar kleineren Problemen mit der Wegfindung, hinterließ das Echtzeitstrategiespiel einen guten ersten Eindruck. Grafisch ist es kein Highlight, aber spielerisch bringt es auch abseits von They Are Billions einige interessante und eigene Ansätze mit. Eine Frage bleibt allerdings noch offen: Kann der Titel den Spieler für längere Zeit und auch solo an den Bildschirm fesseln? Denn so cool der Koop-Modus ist, eine Kampagne fehlt dem Spiel komplett. Auch wenn diese laut den Entwicklern nicht gänzlich ausgeschlossen ist, müsste sich der Titel dafür aber erst einmal gut genug verkaufen.

Conan Unconquered erscheint für PC am 30. Mai und kostet knapp 30 Euro.