Logo (50 Jahre AMD)
Der jährliche Umsatz von AMD beläuft sich derzeit auf über 6,4 Milliarden US-Dollar

50.000 US-Dollar Startkapital und die Idee, Schaltkreise herzustellen – auf dieser Basis gründete der Elektroingenieur Jerry Sanders III. zusammen mit sieben Kollegen am 1. Mai 1969 die Firma Sanders Association. Dieser Tag markierte die Geburtsstunde von Advanced Micro Devices (AMD), in das SA später umbenannt wurde und das im Jahr 2019 sein fünfzigjähriges Bestehen feiert. Dieses Jubiläum einer Firma, die in Konkurrenz zu Intel dem Markt für PC-Hardware während der vergangenen Jahrzehnte immer wieder ihren Stempel aufgedrückt hat, stellt für uns Grund genug dar, unseren eigenen Beitrag zu den aktuellen Geburtstagsfestivitäten zu leisten.

AMD und Intel – Konkurrenten gleichen Ursprungs

AMD blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die zu einem wesentlichen Teil von der Konkurrenz mit einem ganz bestimmten Unternehmen geprägt war und noch immer ist: Intel. Diese Konkurrenz kommt nicht von ungefähr. Wusstet ihr beispielsweise, dass AMD und Intel jeweils von Mitarbeitern derselben Firma gegründet wurden, nämlich Fairchild Semiconductor? Die beiden Gründer Intels, Robert Noyce und Gordon Moore, hatten FS bereits vor Jerry Sanders verlassen, weil deren Firmenkultur sie zunehmend frustrierte. Noyce und Moore legten im Juli 1968 den Grundstein für ihr Hardware-Unternehmen – Sanders tat es ihnen zusammen mit seinen Kollegen ein knappes Jahr später gleich.

Während der ersten beiden Jahrzehnte nach der Gründung von AMD sorgten die gemeinsamen Ursprünge beider Unternehmen aber zunächst für eine friedliche Koexistenz und Zusammenarbeit untereinander. AMD optimierte den Fertigungsprozess für Halbleiterchips nach US-Militärstandard und sicherte sich Aufträge als Zweithersteller von Intel-Schaltkreisen. Ab 1976 schlossen Intel und AMD mehrfach Verträge, die AMD zunächst eine Copyright-Lizenz für Intels Mikrocode gewährten und später beiden Firmen die Möglichkeit gaben, gegenseitig als Zweithersteller für die Halbleitersysteme des anderen zu fungieren.

Diese Zusammenarbeit schlug erst im Jahr 1991 in direkte Konkurrenz um. Damals stellte AMD den ersten eigenen 386-kompatiblen Prozessor vor, den AM386 – und das Wettrennen um die Krone am Prozessor-Markt nahm seinen Lauf.

Logo (AMD Athlon)

Zum damaligen Zeitpunkt produzierte Intel mit dem Pentium III ein CPU-Modell, das dem Athlon in jeder Hinsicht unterlegen war

Der AMD-Athlon – Ein Dorn in Intels Auge

Dass AMD für Intel zu einem ernsthaften Konkurrenten heranwachsen könnte, bewies AMD im April 1997, als das Unternehmen die K6-CPU vorstellte. Mit diesem x86-Prozessor setzte sich AMD in Sachen CPU-Geschwindigkeit erstmals vor Intel. Doch der eigentliche Durchbruch gelang dem Hersteller schließlich im August 1999, als AMD den ersten Athlon-Prozessor auf den Markt brachte. Zum damaligen Zeitpunkt produzierte Intel mit dem Pentium III ein CPU-Modell, das dem Athlon in jeder Hinsicht unterlegen war. Das Besondere daran: Mit dem Athlon schaffte es AMD schließlich, als erster Hersteller die magische Grenze von einem Gigahertz Prozessorleistung zu überschreiten.

Allerdings dauerte es noch eine Weile, bis es AMD gelang, die Dominanz Intels am CPU-Markt zu erschüttern. Zu Beginn der 2000er Jahre näherten sich die Marktanteile von AMD und Intel langsam einander an. Der Höhepunkt war im Jahr 2006 erreicht, als AMD mit 48,4 Prozent Marktanteil nur noch knapp hinter Intel lag. Doch der Höhenflug des Unternehmens währte nicht allzu lange: Bereits im 2. Quartal 2006 – kurz bevor AMD den GPU-Hersteller ATI aufkaufte – brachen die Werte auf 40,8 Prozent ein. Seitdem sank der Marktanteil AMDs kontinuierlich und bewegt sich seit 2016 im Bereich um 20 Prozent.

Ryzen 7 2700X und Radeon VII Gold Edition (50 Jahre AMD)
In Deutschland ist die Gold-Edition nur von dem AMD Ryzen 7 2700X erhältlich

50 Jahre AMD – Sondereditionen zum Jubiläum

Trotz der Tatsache, dass AMD im Vergleich zu Intel eher als Underdog am CPU-Markt agiert, hat sich das Unternehmen während seiner 50-jährigen Firmengeschichte sowohl bei Prozessoren als auch bei Grafikkarten zu einer echten Alternative im Bereich der Gaming-Hardware entwickelt. Zwar liegt die Konkurrenz von Intel und Nvidia in Sachen Leistung aktuell vorne – allerdings punktet AMD mit günstigeren Preisen und profitiert unter anderem auch von Intels Liefer- und Produktionsengpässen.

Um das 50-jährige Jubiläum gebührend zu feiern, hat sich AMD wohl auch deshalb dazu entschieden, Sondereditionen von Hardware mit Gaming-Fokus in limitierter Zahl auf den Markt zu bringen. Die sogenannten Gold-Versionen von AMDs »Ryzen 7 2700X«-Prozessor sowie der »Radeon VII«-Grafikkarte bieten allerdings lediglich optische Anpassungen und ein paar nette Dreingaben für Videospielfans. Beide Editionen erscheinen in einer besonderen Box. Während der Ryzen-Prozessor mit der Unterschrift von AMDs CEO Dr. Lisa Su versehen ist, bietet die limitierte AMD Radeon VII in der Gold Edition ein besonderes, rotes Gehäuse.

Käufer beider Sondereditionen erhalten bis zum 8. Juni 2019 im Rahmen eines besonderen AMD50 Game Bundles die beiden Spiele World War Z und The Division 2 (in der Gold Edition mit Year 1 Season Pass) sowie einen AMD50-Sticker und einen Gutschein für ein kostenloses Jubiläums-T-Shirt. Die limitierte Ryzen-CPU kostet 329 Euro, für die Radeon VII Gold Edition werden 699 US-Dollar fällig. Deutsche AMD-Fans, die mit dem Kauf der Grafikkarte liebäugeln, schauen aber in die Röhre: Denn im Gegensatz zur Ryzen-Gold-Edition ist die limitierte Radeon VII ausschließlich in den USA und Asien bei AMD selbst sowie JD.com verfügbar.

Radeon VII Gold Edition (50 Jahre AMD)

Das feuerrote Gehäuse kann sich allemal sehen lassen

Ob sich der Kauf einer der beiden Sondereditionen zum 50-jährigen AMD-Jubiläum lohnt, muss jeder Gaming-Fan selbst entscheiden. Zwar verlangt AMD im Fall der Ryzen-CPU einen Aufpreis von rund 30 Euro gegenüber der Standard-Version – aber immerhin legt der Hersteller zwei aktuelle Top-Spiele obendrauf. Trotzdem finden wir es schade, dass AMD die limitierte Radeon VII nicht in Europa anbietet. Hier liegt der Preis nämlich praktisch gleichauf mit aktuellen Dritthersteller-Modellen – und das feuerrote Gehäuse kann sich allemal sehen lassen.