Key Art (Destiny 2: Forsaken)
Activision hat mit »Destiny« gutes Geld verdient – auch wenn man Unsummen in Entwicklung und Marketing gesteckt hat

Dass die Beziehung zwischen Activision und Bungie von Anfang an etwas angespannt war, wissen wir ja nicht erst seit gestern. Trotzdem kommt die Trennung ziemlich überraschend. Schließlich hat Activision mit Destiny gutes Geld verdient – auch wenn man Unsummen in Entwicklung und Marketing gesteckt hat. Alleine bei Destiny 1 waren das über 500 Millionen US-Dollar.

Jedenfalls geht man jetzt getrennte Wege und zumindest bei Bungie herrscht deswegen beste Stimmung. Insiderberichten zufolge wurde die Nachricht im Studio mit Champagner begossen. In den sozialen Medien kennt auch der Jubel der Fans keine Grenzen. Viele sind der Meinung, dass Destiny ohne Activision nur an Qualität gewinnen kann. »Activisions Geldgier hat Bungies künstlerische Vision torpediert!«, hieß es in einem Forumsbeitrag.

Licht und Schatten

Zumindest kurzfristig betrachtet, ist die Trennung unangenehm für Activision. Der Aktienkurs des Unternehmens brach um fast 10 % ein. Anwälte prüfen jetzt sogar, ob eine Sammelklage gegen Activision Sinn macht.

Key Art (Destiny 2)

Mit einem der größten Publisher der Welt ins Bett zu gehen, bringt nicht nur Nachteile mit sich

Die Frage ist aber, ob die Scheidung für Bungie wirklich nur positive Auswirkungen hat. Mit einem der größten Publisher der Welt ins Bett zu gehen, bringt nämlich nicht nur Nachteile mit sich. Activision hat sich um viele finanzielle, vertriebliche und organisatorische Geschichten gekümmert. Bungie profitierte von der Erfahrung renommierter Activision-Entwickler wie Vicarious Visions und High Noon Studios.

Kann Bungie den weltweiten Release eines Produkts überhaupt ganz alleine stemmen? Gute Frage. Es ist aber stark davon auszugehen, dass bereits Meetings mit unterschiedlichen Big Playern stattfinden. Zudem hat das chinesische Onlineunternehmen NetEase bereits vor Monaten 100 Millionen US-Dollar für eine Minderheitsbeteiligung an Bungie auf den Tisch gelegt.

Das könnte natürlich bedeuten, dass Bungie nicht mehr ganz so viel Zeit und Arbeit in Destiny 2 stecken wird. Frei nach dem Motto: Alte Zöpfe abschneiden, denn jetzt machen wir unser eigenes Ding!