Im ersten Darksiders aus dem Jahr 2010 standen wir zwischen den Fronten im Krieg zwischen Himmel und Hölle. Damals schlüpften wir in die Haut des apokalyptischen Reiters Krieg, der nach seinem Ableben mal eben für das Auslösen des Weltuntergangs verantwortlich gemacht wird. Auf der Suche nach dem wahren Schuldigen durchforsten wir die zerstörte Erde nach Hinweisen.

Dabei präsentierte sich das Action-Adventure seinerzeit als gelungener Genremix, der Elemente der »The Legend of Zelda«-Reihe und der legendären Soul Reaver-Spiele in sich vereinte, dabei aber auch gelungene eigene Ideen bereithielt. Zwei Jahre später ließen uns die Entwickler die Ereignisse des Erstlings parallel aus Sicht des zweiten Reiters Tod miterleben. Während Krieg damit beschäftigt war, Engel und Dämonen zu bekämpfen, versuchten wir aus der Sicht von Tod, den Namen unseres Bruders reinzuwaschen.

Artwork; Fury mit Feuerhaaren und zwei Feuerwaffen (Darksiders 3)

In der Flammenform greifen wir auf eine neue Waffe samt feurigen Angriffen zurück, allerdings erweisen sich die Verwandlungen auch bei den gelungenen Rätseln von Wert

THQ Nordic entfesselt die Furie

Nach der Pleite von THQ mussten sich Fans der Reihe lange in Geduld üben. Doch ab dem 27. November dürfen wir endlich in die Haut der dritten Reiterin Fury schlüpfen. Stieß der Vorgänger aufgrund seiner viel zu großen und leblosen Open-World auf heftige Kritik, verschlägt es uns in Darksiders 3 wieder auf die Erde, auf der die kesse Dame die sieben Todsünden finden und dingfest machen muss, um das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse ein für alle Mal wiederherzustellen.

Dabei greifen wir auf die Unterstützung des mysteriösen Herrn der Abgründe zurück, dessen eigentliche Absichten uns allerdings lange verborgen bleiben. Immerhin gibt uns der gute Mann die Kraft des Feuers mit auf den Weg, mit der wir in das neue Abenteuer starten. Das ist nur eine von vielen Verwandlungen, die wir im Verlauf des Spiels freischalten können.

In der Flammenform greifen wir auf eine neue Waffe samt feurigen Angriffen zurück, allerdings erweisen sich die Verwandlungen auch bei den gelungenen Rätseln von unschätzbarem Wert. Wie wir es aus den Vorgängern gewohnt sind, belohnt uns Darksiders 3 im Spielverlauf regelmäßig mit Fähigkeiten und Items, mit denen wir neue Bereiche der Welt erkunden, die zuvor noch unerreichbar waren – »The Legend of Zelda« lässt grüßen.

Hol die Peitsche raus

Einen nicht unerheblichen Teil der knapp 15-stündigen Spielzeit sind wir also mit den gelungenen Umgebungsrätseln beschäftigt, die deutlich abwechslungsreicher ausfallen, als in den vorangegangenen Teilen.

Das zweite große Standbein des Action-Adventures stellen natürlich abermals die Kämpfe dar, bei denen sich ebenfalls eine Menge getan hat. Nicht nur, weil Fury mit ihrer leichten Panzerung und der Peitsche die Feinde besser auf Distanz halten sollte, sondern weil sich das Kampfsystem Action-Rollenspielen wie Dark Souls annähert.

Der nunmehr dritte Ableger wirft uns keine Gegnerhorden mehr entgegen, stattdessen bekommen wir es mit weniger Dämonen zu tun, die dafür aber deutlich härter ausgefallen sind. So müssen wir Angriffe und Ausweichmanöver geschickt miteinander kombinieren, um in den intensiven Gefechten die Oberhand zu behalten.

Nach dem wuchtigen Krieg und dem flinken Tod positioniert sich Fury also etwa in der Mitte zwischen ihren beiden Brüdern. Dank des überarbeiten Kampfsystems spielen sich die Scharmützel deutlich taktischer und intensiver als zuvor. In Darksiders 3 müssen wir unsere Feinde studieren und ihre Bewegungsmuster verstehen, um Erfolg zu haben. Das sorgt für ein gelungenes und frisches Spielgefühl.

Gleiches gilt für die neuen Artefakte, mit denen wir Furys Kampfstil weiter anpassen können. Setzte Teil 2 noch auf zahlreiche sammelbare Waffen verschiedener Kategorien, verlassen wir uns diesmal ausschließlich auf unsere Peitsche, die wir mit den Artefakten allerdings grundlegend verändern.

Artwork; Fury am Abgrund; die Natur übernimmt die Stadt (Darksiders 3)
Die einzelnen Umgebungen erstrecken sich vor allem in die Vertikale

Kleinere Welt mit mehr Details

Im Vergleich zum offenen, aber viel zu großen und leblosen Vorgänger ist die Spielwelt von Darksiders 3 spürbar geschrumpft. Allerdings nur von außen betrachtet, da sich die einzelnen Umgebungen jetzt vor allem in die Vertikale erstrecken.

Auch hier fällt eine gewisse Parallele zu Dark Souls auf, welches mit seinem verschachtelten Leveldesign überzeugen konnte. Dementsprechend warten nahezu alle Bereiche in Darksiders 3 mit unterschiedlichen Ebenen auf, die es zu erkunden gilt. Besonders spannend wird es, wenn wir beim Erforschen plötzlich Verbindungen zu anderen Leveln öffnen und so in neue Bereiche gelangen.

Im weiteren Spielverlauf zieht dabei nicht nur der Schwierigkeitsgrad in einem fairen Rahmen an, auch die Umgebungen warten mit einer vielschichtigeren und fordernderen Architektur auf. Aus grafischer Sicht setzt der Titel auf einen ähnlichen Comic-Look, wie wir ihn bereits aus den Vorgängern kennen.

Allerdings fallen Charaktermodelle und die Welt im Vergleich deutlich detaillierter aus. Die gelungene Mischung aus düsterem Szenario und bunten Farb-Akzenten steht Darksiders 3 jedenfalls sehr gut zu Gesicht.