Aufgebautes Spielbrett (Zug um Zug)
Je länger die Zugstrecke, desto höher die Belohnung

Eigentlich handelt es sich bei den einleitenden Zeilen um eine maßlose Untertreibung, denn »Zug um Zug« ist mehr als nur ein preisgekrönter Klassiker, der gut gealtert ist. Im Laufe der Jahre wurde das Kultspiel schließlich immer wieder neu aufgelegt und erweitert, sodass es heute fast noch frischer wirkt als bei seiner Premiere im Jahr 2004.

Alan R. Moon, der kreative Geist hinter »Zug um Zug«, ist einer der talentiertesten und erfolgreichsten Spiele-Designer aller Zeiten. 1998 konnte er bereits mit »Elfenland« diverse Auszeichnungen abräumen und seitdem ist seine Hit-Liste stetig gewachsen. »Zug um Zug« wurde mit über zwei Dutzend Preisen ausgezeichnet, wie zum Beispiel »International Gamers Award 2004«, »Spiel des Jahres 2004« und »Origins Award 2004«. An dieser Stelle möchten wir sein wohl einflussreichstes Werk genauer unter die Lupe nehmen.

Einfach anspruchsvoll

Fragt man die Fans, warum sie »Zug um Zug« lieben, erhält man die unterschiedlichsten Antworten. Die einen loben den unkomplizierten Einstieg, die anderen schwärmen von der enormen Tiefe und anspruchsvollen Spielmechanik. Ein Widerspruch in sich? Keineswegs, denn der Millionen-Hit für zwei bis fünf Spieler ist tatsächlich sehr einfach zu erlernen und dennoch entdeckt man selbst nach der 1000. Runde neue Möglichkeiten.

Im Grunde geht es darum, Karten unterschiedlicher Waggons zu sammeln, um Zugstrecken zu bauen und Orte auf dem Spielbrett miteinander zu verbinden. Je länger die Zugstrecke, desto höher die Belohnung. Klingt ganz einfach und das ist es auch, allerdings entfalten sich mit der Zeit immer mehr strategische und taktische Möglichkeiten, die den Spielern alles abverlangen.

Wer am Zug ist, hat die Möglichkeit, eine von drei unterschiedlichen Aktionen auszuführen: Wagenkarten aufnehmen, Strecke ausbauen oder Zielkarte ziehen. Jede gewählte Aktion eröffnet dem Spieler weitere Optionen und so lernen Einsteiger Schritt für Schritt sämtliche Finessen von »Zug um Zug« kennen.

Das Gameplay von »Zug um Zug« wird sehr stark vom Charakter der Mitspieler beeinflusst. Besonnene Gegner, die mit Vorsicht agieren, erfordern eben eine ganz andere Taktik als risikofreudige Expansionisten. Selbstverständlich gilt das auch für andere Brettspiele, doch bei »Zug um Zug« wirkt sich die menschliche Komponente besonders gravierend aus. Genau wie beim Schach geht es darum, die nächsten Schritte des Gegners zu antizipieren, um seine Pläne zu vereiteln.

Da erfüllte Zielkarten eine Menge Zusatzpunkte einbringen, versucht man natürlich, die Mitspieler daran zu hindern, ihre vermeintlichen Zielkarten-Anforderungen zu erfüllen. Wir nutzen den Begriff »vermeintlich«, weil die Zielkarten nicht aufgedeckt werden und die Ziele der Mitspieler somit nur erahnt werden können. Wenn man versucht, die Mitspieler – im wahrsten Sinne des Wortes – auf eine falsche Fährte zu locken und gleichzeitig deren Strategien zu erspüren, entsteht purer Nervenkitzel und eine enorme Sogwirkung. In der Hinsicht können nur sehr wenige Brettspiele mithalten.

Stapel aus Spielen (Zug um Zug)
Es gibt gleich mehrere Erweiterungen und Varianten, welche Spieler auf eine Reise durch die ganze Welt schicken

Spielspaß in Serie

»Zug um Zug« erfreut sich nicht nur einer großen Fangemeinde, sondern auch gleich mehrerer Erweiterungen, die seine Spieler auf eine Reise durch die ganze Welt schicken. In Frankreich müssen die Spieler während der industriellen Revolution zunächst Gleisbetten legen, bevor sie ihre Züge dort entlang schicken. Doch aufgepasst: Die Gegner können diese Vorarbeit auch ausnutzen und die eigenen Züge dort entlang fahren lassen. In der Erweiterung Frankreich ist außerdem noch der Wilde Westen enthalten. Hier starten bis zu sechs Spieler in unterschiedlichen Städten, bauen ihr Schienennetzwerk aus und decken vielleicht noch das eine oder andere Geheimnis auf. Für wen Croissants und Macarons nichts sind, der begibt sich einfach mit einer anderen Erweiterung nach New York. Diese Variante dreht sich um die großen Sehenswürdigkeiten der Stadt und spielt sich deutlich rasanter als das die anderen Editionen. In drei Minuten erlernt ist es ein erfrischendes Spiel mit dem typischen »Zug um Zug«-Charakter.

Für die Kleinsten ist ebenfalls gesorgt: Mit »Meine erste Reise« können auch die Jüngeren in den Genuss des Brettspiels kommen. Hier geht es nicht um abstrakte Ziele: Die kindgerechte Variante besinnt sich auf die ursprünglichen Gedanken hinter dem Bau von Streckennetzen und der Nutzung von Zügen: Städte wollen miteinander verbunden werden, um Personen und Rohstoffe schnell von A nach B zu transportieren. Wer seine Strecken ausgebaut hat, gewinnt.

Gerade für »Zug um Zug«-Profis sind die unterschiedlichen Erweiterungen eine willkommene Abwechslung und dank der unterschiedlichen Editionen (z. B. Skandinavien, Deutschland, Indien) besuchen wir dabei immer wieder neue Orte. Kurz: »Zug um Zug« ist der perfekte Einstieg in die Welt der Brettspiele. Digitale Versionen für Smartphone, Tablet und PC erlauben es sogar, gegen Spieler aus der ganzen Welt anzutreten.

Mehr Informationen zu »Zug um Zug« gibt es auf der offiziellen Seite des Spieleverlags Asmodee:

asmodee.de/zug-um-zug